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Ein Bahnhof, ein Szenelokal und das Flammenkreuz der Caritas

Bischof Kohlgraf segnet die Räume des Caritaszentrum im Kulturbahnhof Weiterstadt

Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen finden viele Hilfeangebote in Weiterstadt: Unter einem Dach werden eine Tagesstätte, Betreutes Wohnen, individuelle Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen sowie Krisenberatung angeboten.

Ein Bahnhof, ein Szenelokal und das Flammenkreuz der Caritas: Ich könnte mir vorstellen, dass, wer zum ersten Mal vor dem Bahnhof Weiterstadt steht, zunächst einmal ein wenig verwirrt ist. Auf den ersten Blick scheint das alles nicht recht zusammenzupassen: Ein Bahnhof, an dem Züge halten und abfahren, eine Kneipe mit einem kreativen Kulturprogramm und eine Hilfeeinrichtung der Caritas – alles unter einem Dach. Was zunächst wie eine zufällige Nachbarschaft aussieht, ist mehr: Dahinter steht ein durchdachtes, innovatives Konzept, das der Verein Kulturbahnhof Weiterstadt und der Caritasverband Darmstadt gemeinsam entwickelt haben und das den Kulturbahnhof Weiterstadt zu einem besonderen und spannenden Ort macht. Sehr gerne habe ich zugesagt, an diesen – auch für mich – spannenden Ort zu kommen, um die neuen Räume einzuweihen und mit Ihnen die Eröffnung des Gemeindepsychiatrischen Zentrums zu begehen“, so Bischof Kohlgraf.

Mit der Segnung dieser Räume verbinde er den Wunsch, dass der Kulturbahnhof Weiterstadt ein offenes Haus wird; dass Menschen hier Hilfe und Unterstützung, vor allem aber Wertschätzung und Anerkennung erfahren; dass hier gute Begegnungen stattfinden; dass alle, die hier ein- und ausgehen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Besucherinnen und Besucher der Tagesstätte, die Gäste des Musikvereins und alle anderen – Lebensfreude erfahren.

Caritasdirektorin Stefanie Rhein dankte dem Bischof herzlich für seinen Besuch und erläuterte bei der Segnungsfeier Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, Vertretern des Kreises Darmstadt-Dieburg und des Magistrats der Stadt Weiterstadt sowie Kooperationspartnern und Freunden der Caritas das besondere Konzept.

Eines der wesentlichen Anliegen unserer Arbeit ist es Teilhabe zu ermöglichen – nicht in Sonderwelten – sondern mitten in dieser Gesellschaft, in der wir alle leben und die wir alle gestalten dürfen, mit unserer Unterschiedlichkeit. Mit dem Kulturverein Weiterstadt sind wir auf dem Weg, die Teilhabemöglichkeiten zu entwickeln und zu verwirklichen. Der Kulturverein belebt an den Wochenenden diese Räumlichkeiten mit Konzerten, Jamsessions, Quizabenden und vielem mehr, während der Caritasverband tagsüber mit der Tagesstätte und dem Betreuten Wohnen für Menschen mit einer psychischen Erkrankung und Angehörigen Anlaufstelle ist. So kann ich sagen, dass wir einen Ort belebt haben der tags, wie nachts genutzt wird – und der für mich eine Brücke zwischen den verschiedenen Realitäten und Bedürfnissen in unserer Gesellschaft darstellt.

In der Tagesstätte, die derzeit noch über freie Plätze verfügt, gibt es an fünf Tagen in der Woche u.a. Angebote aus den Bereichen kreatives Gestalten, Hauswirtschaft, Freizeit sowie Psychoedukation. Diese Angebote sind eine individuelle Unterstützung und Förderung des Einzelnen. Eines der Ziele sei es, das Selbstbewusstsein der psychisch kranken Menschen zu stärken und damit ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren. Wenn das Haus nun mehr und mehr mit Leben gefüllt wird, sollen auch unterschiedliche Zuverdienst- und Beschäftigungsangebote entwickelt werden. Mit Weiterstädter Unternehmen sei der Verband diesbezüglich schon in Gesprächen. „Innere Stabilität entwickeln und neuen Lebensmut schöpfen, eigene Fähigkeiten ausprobieren und persönliche Perspektiven aufbauen: Dies kann durch gute, sinnstiftende Arbeitsplätze erreicht werden. Integration in Arbeit ist daher für den Caritasverband seit jeher ein wichtiges Ziel in seiner Unterstützungsarbeit für psychisch kranke Menschen“, so die Caritasdirektorin.

Janina Helm leitet die sechsköpfige Dienststelle seit Februar 2018. Sie dankte ihrem Vorgänger Norbert Schüssele, der für die Entwicklung und Planung des Zentrums verantwortlich war und lange nach einem passenden Objekt Ausschau gehalten hatte, bis er den Bahnhof gefunden hatte. Dank des Miteinanders vieler Menschen war es im Dezember 2016 soweit: Der Tagesstättenbetrieb öffnete das erste Mal die Tür und Beratungen werden seither in den Büros angeboten. Rund 240 Quadratmeter stehen für die Beratungsräume, eine Kreativwerkstatt, ein Ruhe- und ein Multifunktionsraum, eine Teeküche, Sanitäranlagen und den Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

Bisher mussten viele Klienten aus Weiterstadt und Umgebung zu weite Wege für eine professionelle Hilfe in Kauf nehmen. Daher war die Zusage des Landeswohlfahrtsverbandes für 16 neue Tagesplätze und das Angebot der Räumlichkeiten im Kulturbahnhof ein echter Glücksfall. Wegen guter Erreichbarkeit ist dieses Caritas Zentrum für alle Klienten von Interesse, die aus Weiterstadt, den zugehörigen Ortsteilen sowie Wixhausen und Erzhausen kommen.

Als ich erstmals im Herbst letzten Jahres hier die Räume betrat, hat mich der Charme erwischt. Es ist eine spannende Vorstellung für mich, was dieses Gebäude alles erzählen könnte, welche Geschichten sich hier abspielten. Meine Recherchen ergaben, dass im Jahr 1870 hier das Empfangsgebäude am Bahnhof Weiterstadt gebaut wurde. Seit über 100 Jahren nutzen Menschen diesen Ort um eine Reise zu beginnen oder zu beenden, heute sind es viele Pendler, die diese Reise täglich beginnen. Wie die Klienten der Tagesstätte, die unser Angebot im Caritaszentrum von montags bis freitags nutzen können. So kann auch gut der Bogen zu unserer Arbeit gespannt werden: Wir möchten psychisch kranke Menschen unterstützen, begleiten, ihnen Hilfestellung geben und eine bestimmte Zeit an ihrer Seite sein. Immer mit dem Ziel im Blick – um das Bild des Bahnhofs weiter zu verwenden – dass die Klienten wieder abreisen, wir, die Profis, nicht mehr nötig sind. Die Zeit des Aufenthalts ist unterschiedlich lang, mit der individuellen Hilfeplanung jedes einzelnen wird geschaut, welche Unterstützung von uns, aber auch von anderen Trägern notwendig ist.

Jeden Donnerstag bietet die Tagesstätte von 14 bis 15.30 Uhr selbst gebackenen Kuchen im Kulturbahnhof an. Ganz neu ist das Angebot für alle frühen Pendler, die im „early bird cafe“ Kaffee und selbstgebackene Muffins erwerben können. „Kommen Sie doch auch einmal morgens bei uns vorbeigeflattert – wir würden uns sehr freuen Sie begrüßen zu dürfen“, so die Einladung der Caritasmitarbeiterin.

Neben dem Zentrum gibt es in Weiterstadt aber noch eine weitere Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen und ihre Angehörigen. Im Weiterstädter Medienschiff bietet die Dipl.-Pädagogin Ramona Kelpe mittwochs von 14.00 bis 16.00 Uhr eine offene Sprechstunde für Menschen in seelischen Krisen an.

Kontakt:

Caritaszentrum im Kulturbahnhof
Bahnhofstraße 2
64331 Weiterstadt
Telefon 06150 – 80 930 0

Zur Info

Der Caritasverband engagiert sich seit über 30 Jahren in der Betreuung und Beratung von psychisch kranken Menschen. Ziel ist die wohnortnahe ambulante Versorgung außerhalb der großen Einrichtungen. Denn durch die Entwicklung und den Ausbau der gemeindepsychiatrischen Versorgung finden psychisch kranke Menschen eine Wohn- und Lebensform, die es ihnen ermöglicht, trotz ihrer Behinderung ein angemessenes und erfülltes Leben zu führen.

In den Gemeindepsychiatrischen Zentren begleiten qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffene Menschen und helfen ihnen, die nächsten, für sie passenden Schritte zu unternehmen. Neben Weiterstadt bietet der Caritasverband Darmstadt diese Zentren auch in Bensheim, Darmstadt, Darmstadt-Eberstadt, Dieburg, Griesheim, Lampertheim, Reinheim und Viernheim an. Weitere Anlaufstellen gibt es in Babenhausen, Ober-Ramstadt und Pfungstadt.


(Artikel eingestellt von: Benedikta Caspari 22-06-2018)

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