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Engagement für flüchtende und Asyl suchende Menschen

Das Katholische Dekanat Darmstadt setzt sich auf vielfältige Weise für flüchtende und Asyl suchende Menschen ein:

Kommt alle zu mir - Positionspapier zu Flucht und Asyl

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.“

Positionspapier des Katholischen Dekanates Darmstadt zum Umgang mit flüchtenden und Asyl suchenden Menschen

Kirche ist schon immer Ort der Zuflucht und Begegnung

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Mt. 11,25). So spricht Jesus selbst und trägt uns zugleich auf, als Kirche Ort der Ruhe und Zuflucht zu sein. Kirche ist schon immer dieser wichtige Ort gewesen, die eigenen Sorgen und Nöte auszusprechen und zu besprechen. Angesichts der Not der flüchtenden und Asyl suchenden Menschen ist daher unsere erste Aufgabe, diesem Ruf und Auftrag gerecht zu werden.

Zugleich wenden wir uns als Katholisches Dekanat Darmstadt gegen jede Form des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit. Wir verurteilen die Anschläge gegen geplante oder schon errichtete Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland oder auch vor unserer eigenen Haustüre. Gleichermaßen verurteilen wir auch den unterschwelligen Hass und die Vorurteile, denen sich Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, ausgesetzt sehen.

Ursachen von Flucht müssen bekämpft werden

Die Ursachen von Flucht sind vielfältig und können überwiegend nur vor Ort bekämpft werden. Dabei ist unsere Gesellschaft für einige der entscheidenden Faktoren mitverantwortlich. So sind Rüstungsexporte und manche Form subventionierten Wirtschaftens eine der Ursachen von Armut, Hunger, Krieg, Vertreibung und Flucht in der Welt. Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen. Dies fordern wir auch von den gewählten VertreterInnen unseres Volkes.

Die Ängste der Menschen

Im Katholischen Dekanat Darmstadt nehmen wir dankbar wahr, dass es unter den Menschen in unseren Städten und Gemeinden angesichts der großen Not der Flüchtenden viele Menschen gibt, die gerne bereit sind flüchtende und Asyl suchende Menschen zu unterstützen. Es gibt aber auch Menschen, die Angst haben, dass sie überfordert werden und dass ihnen selbst Nachteile entstehen.

Wir wollen eine gerechte Gesellschaft, in der alle ihren Beitrag leisten und alle das haben, was sie zum Leben brauchen. Hierzu gehört beispielsweise auch für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Wir halten den jahrelangen Leerstand von Immobilien, mit denen spekuliert wird, für nicht hinnehmbar. Die Unterstützung und Begleitung von Arbeits- und Wohnsitzlosen gehört schon seit Jahren zu den großen ungelösten Herausforderungen in unserer Gesellschaft. Diese Herausforderung bleibt. Sie wird nicht ersetzt, sondern verstärkt durch die Situation der flüchtenden und Asyl suchenden Menschen bei uns.

Insbesondere ist hier auch die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen. Wir verurteilen jede prekäre Beschäftigung und Ausbeutung von Arbeitskraft. Wir fordern alle verantwortlichen Kräfte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu auf, ungerechte und erniedrigende Arbeitsbedingungen abzuschaffen und eine gerechte Bezahlung für alle tatsächlich umzusetzen.

Willkommenskultur und Willkommensstruktur

Unsere Willkommenskultur gründet sich auf den Werten des Grundgesetzes, wonach die Würde jedes Menschen unantastbar ist. Mann und Frau sind gleichberechtigt, „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Art. 3 GG.

Ehe und Familie sind vom Staat besonders geschützt. Daher setzen wir uns entschlossen dafür ein, den Familiennachzug nicht zu begrenzen.

Um diese Willkommenskultur zu verfestigen und Integration zu ermöglichen bedarf es einer Unterstützungsstruktur für das Ehrenamt, unabhängige Beratung für flüchtende und Asyl suchende Menschen bereits in der Erstaufnahme und Verbesserung der psychosozialen Versorgung. Wir unterstützen hier die Forderungen aus dem Papier der Liga der Wohlfahrtspflege in Hessen e.V. in Verbindung mit dem Flüchtlingsrat und weiteren Beteiligten, „Von der Willkommenskultur zur Willkommensstruktur“.

Viele der Menschen, die zu uns kommen, sind sowohl durch die oftmals jahrelang erduldete Situation in ihrer Heimat als auch durch die Erlebnisse auf den Fluchtwegen traumatisiert. Wir fordern daher umgehend eine entsprechende Traumabegleitung für flüchtende und Asyl suchende Menschen.

Mit Blick auf den aktuellen Kompromiss der Regierung zur Situation der flüchtenden und Asyl suchenden Menschen halten wir den Beschluss für nicht tragbar, auch den Personenkreis, der Sozialleistungen bezieht, an den Kosten für Integrationskurse zu beteiligen. Diese Kosten sind ausgrenzend. Diese Regelung hat zur Folge, dass flüchtende und Asyl suchende Menschen am Existenzminimum einsparen müssen.

Respekt voreinander einüben

Angesichts der vielen verschiedenen Religionen und Kulturen der Menschen, die zu uns kommen, halten wir es für wichtig und notwendig von Beginn an eine offene und respektvolle Haltung einzuüben gegenüber jeder Unterschiedlichkeit bei uns selbst als auch bei den zu uns kommenden flüchtenden und Asyl suchenden Menschen.

Ehrenamt fördern – Ehrenamtliche schützen

Die Leistung der Ehrenamtlichen bei der Aufnahme der flüchtenden und Asyl suchenden Menschen in Deutschland ist nicht hoch genug einzuschätzen. Deswegen fordern wir eine ständige Qualifikation und Begleitung der Menschen, die ihre Zeit und ihr Engagement in der Aufnahme der flüchtenden und Asyl suchenden Menschen einbringen. Politik und Gesellschaft haben es sich als Aufgabe zu machen die Arbeit der Ehrenamtlichen zu koordinieren und zu unterstützen. Dabei sind wir als Kirche gerne eine verlässliche Partnerin.

Not sehen und handeln

Gemeinsam mit dem Caritasverband Darmstadt e.V. engagieren wir uns für die flüchtenden und Asyl suchenden Menschen. In allen 23 Asylkreisen im Landkreis Darmstadt-Dieburg und in der Stadt Darmstadt arbeiten Menschen aus unseren Kirchengemeinden ehrenamtlich mit. Gemeinsam mit dem Katholischen Dekanat Dieburg und den Evangelischen Dekanaten Vorderer Odenwald, Darmstadt-Land und Darmstadt-Stadt vernetzen wir die 23 Asylkreise über die Plattform www.netzwerk-asyl.net. Wir haben einen Dekanatsfonds für flüchtende und Asyl suchende Menschen eingerichtet. Gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden der Kirchen, der Evangelischen Hochschule Darmstadt und den Evangelischen Dekanaten Darmstadt-Stadt und Darmstadt-Land bereiten wir einen Fachtag zum Thema: „miteinander gerecht leben“ am 20. Februar 2016 in der Evangelischen Hochschule Darmstadt vor.

Quellen:


(Artikel eingestellt von: Benedikta Caspari 2015-11-20 00:00)

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