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Reingehört ins Gotteslob

Reingehört ins Gotteslob I

"Behutsam, leise nimmst Du fort" (Nr. 82) von Raymund Weber und Christoph Seeger

Langsam werden die Tage wieder länger. Noch ist nicht viel zu merken, doch beginnt die Dämmerung jeden Tag etwas früher. Ein bezauberndes Lied im neuen GOTTESLOB beschreibt die spezielle Stimmung des beginnenden Tages.

Es war 2004 auf einer Weiterbildungswoche für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, auf der in einer Nacht ein Lied für den kommenden Morgen geschrieben wurde. Das Lied fand nicht nur am kommenden Tag Gefallen, es schaffte unter der Nummer 82 auch die Aufnahme ins neue GOTTESLOB, so Bernhard Loss, Kirchenmusikreferent und Leiter des Carl Lampert Forums der Katholischen Kirche Vorarlberg.

"Behutsam leise nimmst du fort die Dämm‘rung von der Erde, sprichst jeden Morgen neu dein Wort: Es werde, es werde.

Es werde Licht an diesem Morgen, in dem das Alte neu erstrahlt, erscheinen wird, was noch verborgen, in Farben bunt das Leben malt. Es werde Licht für die Menschen in jedem Land. Halt über uns deine segnende Hand.

Es werde Kraft an diesem Tage und Mut zum Wirken in der Welt und Sinn in jeder neuen Frage, die heute uns zur Rede stellt. Es werde Kraft für die Menschen in jedem Land. Halt über uns deine segnende Hand.

Es werde Glück in Augenblicken für alle, die voll Sehnsucht sind. Du wirst uns einen Engel schicken, den Hauch von deines Geistes Wind. Es werde Glück für die Menschen in jedem Land. Halt über uns deine segnende Hand."

Als Video der Jugendkantorei am Konstanzer Münster: https://www.youtube.com/watch?v=OrGi7ht7Ktw

Zum Melodielernen von "Listen + Learn": https://www.youtube.com/watch?v=w2ZnC2fAUIY&list=PLTeHMvpTpRaR5fxvU9CSJ5Sv8ZB-Z_8UV

Der Komponist selbst spielt folgende Version mehrstimmig ein: http://www.hlg-familie.de/behutsam82.mp3

Raymund Weber schreibt zu dem Lied:

Das Lied ist ein gesungenes Morgengebet, in dem wir Gott für den neuen Lebenstag danken und um seinen Segen für diesen Tag bitten. Es beginnt mit leisen Tönen, wie die Dämmerung unmerklich, aber stetig mehr aus der Dunkelheit der Nacht das Licht des neuen Tages aufscheinen lässt. Und das wird nicht als ein bloßes Naturereignis beschrieben, sondern als schaffendes Wirken Gottes. Jeder Morgen ist, von gläubigen Menschen gedeutet, ein neuer Schöpfungsmorgen. Wie Gott am Anfang aus dem Nichts durch sein wirkmächtiges Wort „Es werde“ die Welt erschuf, so schafft er jeden Morgen neu aus der Stille und dem Stillstand der Nacht das bunte pulsierende Leben des neuen Tages. Die Gebetshaltung ist zunächst das Danken. Ich verdanke meine Leben nicht mir selbst. Ich kann keinen einzigen Tag meines Lebens selber machen. Jeder neue Tag ist ein Geschenk Gottes. Und dann wird in den Strophen durchgespielt, was Gott uns alles Gutes schenken will, was nach seinem Willen werden soll: Licht und Glück, Kraft und Trost in vielen Facetten und für viele Menschen. In dem „Es werde“ schwingt aber auch schon die Bitte mit, die am Schluss jeder Strophe ausdrücklich wird: Es möge an diesem Tag werden, entstehen, da sein, sich entfalten, was er uns zugedacht hat. Es ist wie eine inständige Bitte, Gott möge das einhalten, was er versprochen hat. Dass Licht wird, auch wenn wir es manchmal verdunkeln, dass Glück und Trost wird, auch wenn wir seine Pläne manchmal durchkreuzen. Darum steht am Ende jeder Strophe die Bitte, Gott möge seinen Segen dazu geben, dass nicht unser, sondern sein Wille geschieht und das Leben für Menschen in allen Ländern der Erde lebenswert ist. Musikalisch wird diese Bitte unterstützt durch die Triole auf „Menschen in“ (jedem Land) und die Synkopen auf „segnende“ (Hand). Damit gibt es am Schluss des Liedes wie eine Klammer eine musikalisch-rhythmische Entsprechung zu den entscheidenden Worten des Anfangs: (Es) „werde, es“ (werde). Zu Beginn der Strophen wird dann das Aufsteigen des Lichtes, das Werden und Entstehen von Kraft, Glück, Trost in drei aufsteigenden Linien der Melodie verdeutlicht.

 

Artikel inspiriert durch: www.gotteslob.katholisch.de

 


(Artikel eingestellt von: Benedikta Caspari 12-02-2016)

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